Vasektomie

Die Vasektomie (Unterbindung der Samenleiter) ist eine sehr verlässliche Form der Empfängnisverhütung. Durch die Unterbindung bzw. Durchtrennung der Samenleiter wird verhindert, dass Samenzellen in die Samenflüssigkeit gelangen können. Diese Unterbindung hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf das Volumen der Samenflüssigkeit beim Samenerguss oder die Potenz.

Die Methode ist zwar einerseits sehr sicher, hat jedoch den Nachteil, dass sie nur bedingt rückgängig gemacht werden kann. Besteht nach der Durchführung der Unterbindung dennoch wieder Kinderwunsch, gibt es für den Mann zwei Möglichkeiten:

  • Rekonstruktion der Samenleiter: Der Urologe versucht die Unterbrechung der Samenleiter (Vasektomie) zu beheben. Ist die Operation erfolgreich, kann der Mann durchaus wieder durch Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft erzielen.
  • TESE / MESA: Die Samenzellen werden direkt aus dem Nebenhoden oder Hodengewebe gewonnen. In diesem Fall ist die Zahl der gewonnenen Samenzellen oft sehr gering, sodass eine Behandlung mit In-vitro Fertilisation (IVF) notwendig ist, um eine Schwangerschaft zu erzielen.
Vasektomie

1. kleiner Schnitt, 2. Unterbrechung des Samenleiters, 3. Blutgefäße, 4. Samenleiter, 5. Nebenhoden, 6. Hoden

WICHTIG: Bei der Methoden der TESE und MESA kann man nur sehr wenige Samenzellen gewinnen. Deshalb ist es fast immer notwendig, eine Behandlung mit künstlicher Befruchtung (IVF/ICSI) durchzuführen, weil nur hier die Möglichkeit besteht, auch mit sehr wenigen Samenzellen noch eine Befruchtung der Eizelle zu erreichen. Sollten in der Probe keine Samenzellen enthalten sein, gibt es noch die Möglichkeit, eine Behandlung mit Spendersamen durchzuführen.

Einige Patienten hadern mit der ursprünglichen Entscheidung zur Unterbindung der Samenleiter, wenn später doch wieder Kinderwunsch besteht. Durch die neuen Methoden gelingt es glücklicherweise in vielen Fällen diesen Kinderwunsch noch zu erfüllen.