Wiederholte Fehlgeburten

Wiederholte Fehlgeburt (auch habitueller Abortus) bedeutet, dass mindestens drei Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden. Dabei wird unterschieden, ob die Patientin schon einmal ein Kind geboren hat, oder ob bisher alle Schwangerschaften in einer Fehlgeburt endeten. Diese Erkrankung ist sehr belastend, weil nicht nur die erhoffte Schwangerschaft so unglücklich endet, sondern auch oft ein Eingriff, wie z.B. eine Curettage zur Ausschabung notwendig ist.

Wiederholte Fehlgeburten

Mögliche Ursachen für wiederholte Fehlgeburten

  • Gebärmutterfehlbildung: es kann z.B. ein Septum bestehen, das ist eine zusätzliche kleine Wand in der Gebärmutterhöhle oder die Gebärmutter ist doppelt oder in Form eines Herzens angelegt.
  • Gerinnungsstörung: z.B. das „Antiphospholipid-Syndrom“ oder ein Mangel an Gerinnungsfaktoren
  • Chromosomale Auffälligkeiten der Wunscheltern: manchmal ist ein Stück eines Chromosoms „abgebrochen“ und an ein anderes Chromosom angelagert. Beide Partner sind gesund, dennoch kann es so zu einer Auffälligkeit bei den Chromosomen des Kindes kommen.
  • Hormonstörungen der Schilddrüse oder des Gelbkörpers
  • Infektionen in der Gebärmutter durch Keime wie Ureaplasmen oder Toxoplasmen

Die Abklärung soll helfen, eine mögliche Ursache zu finden. Für den Fall, dass keine eindeutige Ursache gefunden wird, besteht die Möglichkeit, eine Präimplantationsdiagnostik bzw. Polkörperbiopsie durchzuführen.

Fehlbildungen der Gebärmutter

Bei der Entstehung eines Kindes bilden sich in den ersten wenigen Wochen der Schwangerschaft bereits die Organe aus. Dabei kommt es manchmal zu Störungen und Auffälligkeiten, die zu angeborenen Fehlbildungen führen können. Diese Fehlbildungen können auch die Geschlechtsorgane betreffen.

Besteht unerfüllter Kinderwunsch oder endet eine Schwangerschaft öfters in einem frühen Stadium ist es besonders wichtig, eine Fehlbildung der Gebärmutter auszuschließen. Dies ist mit Ultraschall, Gebärmutterspiegelung, Bauchspiegelung und Eileiterröntgen möglich.