Eileiterverschluss & Schädigung der Eileiter

Die Eileiter spielen beim Entstehen einer Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Daher ist es wichtig, dass sie durchgängig und funktionstüchtig sind.

Störungen des Eileiters

Sollten Sie bereits länger als ein Jahr unerfüllten Kinderwunsch haben, kann es daran liegen, dass eine Störung oder ein Verschluss der Eileiter vorliegt. Daran ist besonders zu denken, wenn Sie

  • Entzündungen im Bereich der Eileiter bzw. des Eierstocks hatten
  • an Endometriose leiden
  • entzündliche Erkrankungen von Nachbarorganen, wie z.B. eine Blinddarmentzündung oder eine entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hatten
  • selbst eine Unterbindung der Eileiter als Methode der Empfängnisverhütung veranlasst haben
Eileiter

Die Befruchtung

Jedes Monat wird beim Eisprung eine Eizelle aus einem der beiden Eierstöcke freigesetzt. Der jeweilige Eileiter hat nun die Aufgabe, diese Eizelle aufzunehmen. Im äußeren Drittel des Eileiters verbleibt die Eizelle und erwartet den Kontakt mit den Samenzellen. Schließlich findet die Befruchtung statt, das Eindringen einer Samenzelle in die Eizelle. Auch wenn mehrere Tage vor dem Eisprung der Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, finden sich im Normalfall noch immer ausreichend viele Samenzellen in den Eileitern, sodass es mit einer Schwangerschaft klappen kann.

WICHTIG: Sie müssen sich daher keinen unnötigen Druck machen, “den richtigen Tag bzw. den richtigen Zeitpunkt“ zu treffen. Das gezielte Abwarten und Bestimmen des Eisprungs ist nicht notwendig, wenn Sie ungefähr jeden zweiten oder dritten Tag Geschlechtsverkehr haben. Ersparen Sie sich unnötigen Stress oder belastende Maßnahmen wie das tägliche Messen der Basaltemperatur oder die Bestimmung des Eisprungs mit Harn- oder Speicheltests.

Der Transport der befruchteten Eizelle & des frühen Embryos

Nach der Befruchtung verbleibt die Eizelle bzw. der frühe Embryo im Eileiter, wird dort weitertransportiert und trifft zeitgerecht für die Einnistung in der Gebärmutter ein.

Abklärung durch Eileiterröntgen

Die Durchgängigkeit der Eileiter kann nicht im Rahmen der allgemeinen gynäkologischen Untersuchung mittels Ultraschall nachgewiesen werden. Es muss dazu eine der folgenden Methoden ausgewählt werden:

1) Das Eileiterröntgen (HSG - Hysterosalpingographie)

Diese Untersuchung wird ambulant bei Röntgenfachärzten oder in einigen gynäkologischen Abteilungen durchgeführt. Es wird mit Hilfe eines Intruments Röntgenkontrastmittel in die Gebärmutter eingespült und dann auf dem Bildschirm verfolgt, ob und wie sich die Gebärmutter und die Eileiter mit dieser Flüssigkeit füllen. Im Normalfall kann das Mittel ungehindert durch die Gebärmutter fließen und durch beide Eileiter in den Bauchraum ausfließen. Besteht ein Verschluss, kann das Mittel im Eileiter nicht mehr weiterfließen, so kann festgestellt werden, wo der Verschluss besteht. Das Röntgen wird ambulant durchgeführt und ist zwar unangenehm, aber nur selten schmerzhaft.

2) Der Eileiter-Ultraschall (HyCoSy - Hysterosalpingokontrastsonographie)

Bei der HyCoSy wird mittels Ultraschall und einer hoch echogenen Flüssigkeit (im Kinderwunschzentrum ExEm® Foam) die Eileiterdurchgängigkeit untersucht. Nach gründlicher Desinfektion der Scheide wird ein Katheter vorsichtig im Gebärmutterhals positioniert. Unter Ultraschallkontrolle wird die korrekte Lage überprüft und das ExEm® Foam Gel wird in die Gebärmutterhöhle gespült. Nach Darstellung der Gebärmutterhöhle wird das Kontrastmittel weiter durch die Eileiter gespült, nun lässt sich unter Ultraschallsicht kontrollieren, ob das Kontrastmittel durch die Eileiter läuft und in die Bauchhöhle tropft. Dies können Sie auf unserem Ultraschallmonitor mit verfolgen.

Der Eingriff bietet im Vergleich zu konventionellen Methoden wie dem Eileiterröntgen (HSG) oder der Bauchspiegelung (LSK):

  • eine schmerz- und risikoarme Durchführung
  • ist weniger invasiv
  • die Belastung durch Röntgenstrahlen entfällt
  • es bedarf keiner Narkose

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Untersuchung direkt im Kinderwunschzentrum im Rahmen eines 30-minütigen Termins stattfinden kann.

3) Die Bauchspiegelung (LSK - Laparoskopie)

Die Durchführung einer Bauchspiegelung erscheint sinnvoll, wenn Sie eine Entzündung der Eileiter, Eierstöcke oder Gebärmutter, eine Eileiterschwangerschaft haben/hatten oder an Endometriose leiden. Diese Operation ist verbunden mit einem Spitalsaufenthalt und findet in Allgemeinnarkose statt. In den Nabel wird über einen kleinen Schnitt eine Videokamera in den Bauch eingebracht. Jetzt sind alle Organe im kleinen Becken zu sehen: Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter. So kann festgestellt werden, ob Verwachsungen bestehen, ein Eileiterverschluss besteht, oder ob die Patientin an Endometriose leidet.