Verwendung eines Wunschsamenspenders

Es besteht die Möglichkeit, Ihren Spender selbst aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis mitzubringen. Wir bieten Ihnen dabei die Möglichkeit, Ihren Wunschsamenspender entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu testen und zu verwenden.

Für die Samenspende benötigen wir eine überdurchschnittliche Anzahl fruchtbarer Samenzellen. Aufgrund gesetzlicher Auflagen werden Samenspenderproben eingefroren, gelagert und können erst nach negativer Testung auf Infektionskrankheiten wieder aufgetaut und verwendet werden. Die Zahl der befruchtungsfähigen Samenzellen verringert sich durch diesen Prozess unterschiedlich stark. Daher ist nicht jeder gesunde und auf natürlichem Weg zeugungsfähige Mann für die Samenspende geeignet! Lediglich 5-10% aller Männer kommen als Samenspender für eine Behandlung mit Insemination in Frage. Dies kann zur Folge haben, dass mit Ihrem Wunschsamenspender eine Behandlung mit IVF notwendig ist, da die Samenqualität für eine Insemination nicht ausreichend ist.

Bitte beachten Sie bei der Auswahl Ihres Wunschsamenspenders, dass das Ausmaß an DNA Schäden in den Samenzellen ab dem 35. Lebensjahr eines Mannes ansteigt. Dadurch kann es zu verminderter Fruchtbarkeit und erhöhter Fehlgeburtenrate kommen. Aus diesem Grund empfehlen wir bei Samenspendern eine Altersgrenze von höchstens 35 Jahren.

Der Samenspender hat in Österreich keine Rechte und Pflichten und kann auch nie unterhaltspflichtig werden. Das Kind hat das Recht, nach vollendetem 14. Lebensjahr die Identität des Samenspenders kennenzulernen.

Schritte für die Eignungsprüfung des Wunschsamenspenders

  • Kontaktaufnahme des potentiellen Spenders mit dem Kinderwunschzentrum unter labor@kinderwunschzentrum.at oder T +43 – 1 – 40 111 – 5421. Dabei benötigen wir Vorname, Nachname & Geburtsdatum des Spenders.
  • Dem Spender werden Unterlagen zugesandt, diese sind vollständig ausgefüllt an uns zu retournieren.
  • Nach Durchsicht wird der Spender kontaktiert, um einen Termin für die Samenabgabe zu vereinbaren.
  • Am Tag der Abgabe wird ein Spermiogramm erstellt, die Probe danach aufbereitet und eingefroren.
  • Innerhalb einer Woche nach der Samenabgabe wird ein Teil des Samens aufgetaut und die Überlebensfähigkeit der Samenzellen geprüft (Tauprobe).
  • Ergibt die Tauprobe ein positives Ergebnis, wird der Samenspender zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Am Tag des Gesprächs findet außerdem eine Blutabnahme und Harnabgabe statt. Aus dem Blut werden folgende Parameter bestimmt: HIV1, HIV2, HCV, HBV und Syphilis. Die Harnprobe wird auf Chlamydien getestet.

Termine für den Wunschsamenspender

Falls Ihr Wunschsamenspender im Ausland lebt, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass mehrere Termine vom Spender im Kinderwunschzentrum wahr zu nehmen sind, die zeitlich bis zu einer Woche auseinanderliegen können. Alle gesetzlich vorgegebenen Untersuchungen müssen im Kinderwunschzentrum oder einem unserer Vertragslabors durchgeführt werden.

Kosten für die Abklärung

Die Kosten für die Abklärung (oben genannte Schritte) des Wunschsamenspenders beträgt insgesamt 550 €.
Dies beinhaltet das erstellte Spermiogramm, Aufbereitung und Kryokonservierung der Samenprobe, die anschließende Tauprobe, sowie das Erstgespräch samt Infektionsserologie.

Weitere Schritte bis zur Samenspende

Nachdem die Voruntersuchungen durchgeführt wurden, informieren wir Sie darüber, ob

  • Ihr Wunschsamenspender geeignet ist und
  • welche Kinderwunschbehandlung wir empfehlen (Insemination oder IVF).

In Abhängigkeit der geplanten Behandlung wird ein Kryodepot des Samenspenders angelegt (zwischen 1-4 Samenabgaben je nach Therapieplan sind dabei sinnvoll).
Bei jeder Samenabgabe findet eine Blutuntersuchung statt. Innerhalb einer Woche nach der letzten Samenabgabe findet eine abschließende Blutabnahme und Harnabgabe statt. Diese letzten Untersuchungen sind notwendig, um die Proben schlussendlich für eine Verwendung freizugeben.
Die Samenproben können bei negativem Ergebnis bereits im nächsten Menstruationszyklus verwendet werden.

Kosten für die Kryokonservierung & Lagerung des Spendersamens

Die Kosten für die endgültige Kryokonservierung und Lagerung des Spendersamens betragen insgesamt € 800.
Dies beinhaltet die Kryokonservierung, Infektionsserologie und Freigabe / pro Samenabgabe, sowie die Lagerung für 1 Jahr (maximal 4 Samenabgaben).

Zusätzlich beläuft sich jedes weitere Jahr Lagerung (sollte die Probe für weitere Versuche verwendet werden) auf € 300 jährlich.

Die Kosten für eine eventuell nötige Befruchtung mit der ICSI-Methode (z.B. bei eingeschränktem Samenbefund) beläuft sich auf € 440.