Der Samenspender

Die rechtlichen und medizinischen Voraussetzungen zur Samenspende regelt in Österreich das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) und das EU-weit gültige Gewebesicherheitsgesetz (GSG)

  • Der Spender darf keine Infektionskrankheiten haben. Die Samenproben müssen absolut frei von einem Infektionsrisiko sein. Die Serum- oder Plasmaproben der Spender müssen beim Test negativ auf HIV1 und 2, HBV, HCV und Syphilis reagieren, ebenso müssen die Proben negativ auf Chlamydien getestet sein. Die Blut- und Harnproben sind zum Zeitpunkt der Spende zu entnehmen.
  • Alle Proben werden tiefgefroren und erst nach einer Kontrolle der Infektionsparameter (HIV 1 und 2, HBV, HCV, Syphilis) nach sechs monatiger Lagerung nach dem Einfrieren der letzten Probe für die medizinische Verwendung freigegeben.
  • Das Ergebnis der Samenuntersuchung muss einen Normalbefund aufweisen (WHO Kriterien).
  • Vom Spender müssen alle persönliche Daten aufgenommen werden: Blutgruppe, Rhesusfaktor, Körpergröße, Körpergewicht, Haarfarbe, Augenfarbe und Abstammung. Der Spender darf keiner Risikogruppe angehören (z.B. Drogen, Promiskuität).
  • Pro Spender dürfen höchstens 3 Partnerschaften mit dem Erfolg eines oder mehrerer Kinder behandelt werden. Der Samenspender darf den Samen laut österreichischem Fortpflanzungsmedizingesetz nur einer Krankenanstalt zu Verfügung stellen und muss mit der österreichischen Gesetzeslage zum Spenden von Samen vertraut sein.
  • Der Spender muss gesund sein und darf anamnestisch keine erblichen Leiden aufweisen. Das Institut weist darauf hin, dass es jedoch nicht möglich ist, die gesamte Familie und Verwandten des Spenders zu überprüfen, beziehungsweise den Spender auf alle erblichen Leiden zu untersuchen. Sollten in Ihrer eigenen Familie (Familie der Patientin) Erbleiden vorkommen, sprechen Sie uns bitte unbedingt VOR der Behandlung an!
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Ist die Spende anonym bzw. wird mein Kind erfahren, wer sein Vater ist?

Über die Identität des Spenders darf seitens des Institutes keine Auskunft erfolgen, ebenso erfährt der Spender nichts über die Identität der (empfangenden) Patientin.

Das mit dem Samen des Spenders gezeugte Kind ist auf dessen Verlangen nach Vollendung des vierzehnten Lebensjahrs Einsicht in die Aufzeichnungen zu gewähren. Der Spender ist jedoch nicht verpflichtet, auch nach Offenlegung seiner Identität, Kontakt mit dem Kind aufzunehmen.

Gesetzliche Grundlage

Die Behandlung erfolgt im Rahmen des Fortpflanzungsmedizingesetzes (Referenz: FMEDG, http://www.ris.bka.gv.at/bundesrecht). Nachfolgend die relevanten Paragraphen daraus:

§ 1. (1) Medizinisch unterstützte Fortpflanzung im Sinn dieses Bundesgesetzes ist die Anwendung medizinischer Methoden zur Herbeiführung einer Schwangerschaft auf andere Weise als durch Geschlechtsverkehr.

(2) Methoden der medizinisch unterstützten Fortpflanzung im Sinn des Abs. 1 sind insbesondere

  1. das Einbringen von Samen in die Geschlechtsorgane einer Frau,
  2. die Vereinigung von Eizellen mit Samenzellen außerhalb des Körpers einer Frau,
  3. das Einbringen von entwicklungsfähigen Zellen in die Gebärmutter oder den Eileiter einer Frau und
  4. das Einbringen von Eizellen oder von Eizellen mit Samen in die Gebärmutter oder den Eileiter einer Frau.

§ 7. (4) Einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung hat eine eingehende Beratung der eingetragenen Partner oder Lebensgefährten durch einen Notar über die rechtlichen Folgen der Zustimmung (§ 8) voranzugehen; bei Ehegatten gilt das nur dann, wenn der Samen oder die Eizellen einer dritten Person verwendet werden sollen.

§ 8. (1) Eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung darf nur mit Zustimmung der Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten durchgeführt werden. Die Zustimmung bedarf bei Lebensgefährten oder bei Verwendung des Samens oder der Eizellen einer dritten Person der Form eines Notariatsakts.

(2) Die Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten können die Zustimmung nur höchstpersönlich erteilen. Sie müssen hierfür einsichts- und urteilsfähig sein.

(3) Die Erklärung hat zu enthalten:

  1. die ausdrückliche Zustimmung zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung;
  2. erforderlichenfalls die Zustimmung zur Verwendung des Samens oder der Eizellen einer dritten Person;
  3. Namen, Geburtstag und -ort, Staatsangehörigkeit und Wohnort der Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten sowie
  4. den Zeitraum, in dem die medizinisch unterstützte Fortpflanzung vorgenommen werden darf.

(4) Die Zustimmung zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung kann dem Arzt gegenüber von jedem Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten bis zum Einbringen des Samens, der Eizellen oder der entwicklungsfähigen Zellen in den Körper der Frau widerrufen werden. Der Widerruf bedarf keiner bestimmten Form und ist ungeachtet des Verlusts der Einsichts- und Urteilsfähigkeit wirksam; der Arzt hat den Widerruf schriftlich festzuhalten und hierüber auf Verlangen eine Bestätigung auszustellen.

(5) Die Zustimmung beider Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten darf zum Zeitpunkt des Einbringens von Samen, Eizellen oder entwicklungsfähigen Zellen in den Körper der Frau nicht älter als zwei Jahre sein.