Häufige Fragen zur In-vitro Fertilisation (IVF)

Was ist eine In-vitro Fertilisation (IVF)?

Unter In-vitro Fertilisation (IVF) versteht man die Befruchtung außerhalb des Körpers. Der Patientin werden Hormone zugeführt, damit eine größere Zahl an Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken zu wachsen beginnt. In diesen Eibläschen reifen dann die Eizellen heran. Nach der Follikelpunktion werden schließlich die Eizellen aus den Follikeln entnommen und im Labor mit den Samenzellen des Partners zusammengeführt. Die Befruchtung erfolgt daraufhin außerhalb des Körpers. Nachdem die mittlerweile mehrzelligen Embryonen herangewachsen sind, werden diese (maximal 2-3 Embryonen) beim Embryotransfer in die Gebärmutter der Frau zurück übertragen, wo sie sich weiter entwickeln.

Müssen wir für die Behandlung verheiratet sein?

Das Paar muss verheiratet / verpartnert oder in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft sein. Im Falle einer Lebensgemeinschaft muss vor der Behandlung mit Insemination oder In-vitro Fertilisation (IVF) ein Notariatsakt inklusive Zustimmung zur Durchführung der Behandlung erstellt werden.

Wird eine Behandlung mit Spendersamen nötig, ist in jedem Fall ein Notariatsakt zu erstellen!

Wie lange dauert die gesamte Kinderwunschbehandlung?

Erfahrungsgemäß nimmt eine IVF-Behandlung 6 bis 8 Wochen in Anspruch. Dies inkludiert folgende Behandlungsschritte:

  • Vorbereitungsphase (Erstgespräch, Vorzyklus)
  • Stimulationsphase (ca. 12-14 Tage mit 2-4 Ultraschallterminen)
  • Follikelpunktion
  • Embryo-Transfer

Danach erfolgt noch die 2-wöchige Wartezeit bis zur Durchführung des Schwangerschaftstest (Blutabnahme). Ist dieser positiv und eine Schwangerschaft liegt vor, werden noch 2 Ultraschalltermine bei uns durchgeführt, um Sie anschließend in die Betreuung Ihres niedergelassenen Gynäkologen zu entlassen.

Gibt es eine finanzielle Unterstützung für die künstliche Befruchtung (IVF)?

Der IVF-Fonds übernimmt bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen 70% der Kosten für die Behandlung inkl. Medikamente für vier Versuche pro erzielter Schwangerschaft. Die restlichen 30% der Behandlungs- und Medikamentenkosten hat das Paar selbst zu bezahlen. Die Höhe des Selbstbehalts ist abhängig vom Alter der Patientin und der Art der Behandlung.

Alle Details und Informationen zum IVF-Fonds finden Sie in unseren FAQs zum IVF-Fonds!

Wenn Sie die Voraussetzungen des IVF-Fonds nicht erfüllen, gelten Sie automatisch als Privatzahler. Paketpreise für sämtliche Behandlungen und Zusatzmethoden können Sie gerne per E-Mail oder telefonisch bei unserem Office Team erfragen!

Gibt es eine psychotherapeutische Unterstützung?

Die psychologische Begleitung im Kinderwunschzentrum erfolgt durch unsere Psychotherapeutin Eveline Paula Leitl, MSc. Ihre „Paketangebote“ sind für Sie kostenlos. Es handelt sich dabei um Spezialangebote des Kinderwunschzentrums – also um keine IVF-Fondsleistung – und sie können daher auch von PrivatpatientInnen genützt werden. Sie umfassen:

Die Dienstaggruppen: Näheres siehe unten.
Das Einzelgespräch: einmalig, in der Privatpraxis von Frau Leitl.
Die Kriseninterventionen: 1 pro erfolglosem Versuch, unabhängig von der durchgeführten medizinischen Behandlung. Das Angebot ist innerhalb 1 Monats ab Kenntnis des negativen Ereignisses gültig. Im Fall einer Krise bemüht sich Frau Leitl, Ihnen innerhalb von 48 Stunden einen Termin – in ihrer Privatpraxis – anzubieten. Ob Sie als Paar kommen oder alleine entscheiden Sie.

Die Dienstaggruppen

Ort: Turnsaal der Physiotherapie im Goldenen Kreuz (Souterrain: links am Portier vorbei, durch das Röntgen hindurch, einen Halbstock nach unten). Turnsaal bitte nicht mit Schuhen betreten!

Zeit: jeden 1. und 3. Dienstag des Monats an Werktagen um 19:00 Uhr (pünktlich).

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zur Vergewisserung, dass das Treffen auch wirklich zustande kommt, rufen Sie bitte im Laufe des jeweiligen Dienstags folgende Telefonnummer an: +43 – 1 – 370 58 36.
Im Falle einer Absage erfahren Sie dies mittels Tonband gleich nach der Begrüßung.

Besteht bei einer IVF/ICSI Therapie ein erhöhtes Missbildungsrisiko?

Je nach Studie haben alle (auch spontan gezeugte) Kinder ein Risiko von 3-4% für eine angeborene Fehlbildung. Bei Kindern nach künstlicher Befruchtung ist das Risiko etwa um den Faktor 1,3 auf ca. 4-5% erhöht. Jedoch haben Paare, die erst nach einem lange bestehenden Kinderwunsch spontan ein Kind bekommen, auch ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei ihren Kindern von etwa 4-5%.

Kinder nach einer IVF/ICSI Therapie haben ein höheres Frühgeburtsrisiko, so dass angeborene Fehlbildungen, wie einige Herzfehler (z.B. ein Herzseptumdefekt) auf die Frühgeburtlichkeit zurückzuführen sind. Die erhöhte Fehlbildungsrate nach IVF/ICSI kann hauptsächlich auf die eingeschränkte Fruchtbarkeit der Paare zurückgeführt werden und nicht auf die Techniken der künstlichen Befruchtung (Aktuelles Positionspapier der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin).

Mein Partner und/oder ich haben eine Infektionskrankheit. Ist eine Behandlung trotzdem möglich?

Insbesondere bei einer Infektion mit Hepatitis B, Hepatitis C und HIV stellt sich die Frage: Besteht die Möglichkeit, ein eigenes Kind zu bekommen, ohne dass es eine Gefahr für den Partner, die Partnerin und vor allem das Kind bedeutet?
Abhängig davon, welcher der beiden Partner infiziert ist unterscheidet sich das Vorgehen:

Infektion des Mannes

Dabei ist eine besondere Präparation der Samenflüssigkeit nötig. Es soll dabei verhindert werden, dass Viren auf die Eizelle oder die Mutter übertragen werden. Es besteht teilweise die Möglichkeit nach der Präparation der Samenflüssigkeit zu überprüfen, ob das Präparat virenfrei ist.

Infektion der Frau

Dabei steht die medikamentöse Therapie vor und während der Schwangerschaft, die Impfung des Kindes nach der Geburt und die Durchführung eines Kaiserschnittes im Vordergrund.

Hier konnten zweifelsohne große Fortschritte erzielt werden. Dennoch muss gesagt werden, dass bei all diesen Verfahren ein Restrisiko bleibt. Es besteht keine 100% Sicherheit, dass die Infektion nicht auf den Partner oder das Kind übertragen wird. Das Risiko ist allerdings hypothetisch und nicht mehr bezifferbar.

 

Kinderwunschbehandlung bei HIV Diskordanz?

Ein eigenes Kind trotz HIV-Infektion des Vaters oder der Mutter – dieser Wunsch schien noch vor wenigen Jahren für viele betroffene Paare kaum erfüllbar zu sein und traf oft auf Unverständnis und Ablehnung. Für viele bedeutete dies auch, sich mit der ungewollten Kinderlosigkeit abzufinden. Heute ist die Elternschaft trotz HIV-Infektion eine erfüllbare Perspektive geworden.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: Kinderwunschbehandlung bei HIV Diskordanz

Wenn ich Blutbefunde (HIV, HCV, HBV, Syphilis) eines Labors mitnehme, dürfen diese für die Testung vor Behandlungsbeginn verwendet werden?

Nein.
Es dürfen nur Befunde jener Laboratorien herangezogen werden, die eine schriftliche Vereinbarung mit der Entnahmeeinrichtung (Kinderwunschzentrum) vorweisen können und die Erfordernisse des Gewebesicherheitsgesetzes und dessen Verordnungen erfüllen.

Quelle: www.basg.gv.at/arzneimittel/gewebe/faq/#c3066