Häufige Fragen zur Medikation & den Injektionen

Wozu benötige ich die Injektionen?

Bei manchen Patientinnen ist es nötig eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke durchzuführen, um den Hormonhaushalt in die richtige Ausgangslage für eine bevorstehende Schwangerschaft zu bringen.

Um die Erfolgsrate der Behandlung zu steigern, werden die Eierstöcke hormonell stimuliert. Dazu ist eine Injektionsbehandlung notwendig, die dazu führen soll, dass sich mehrere Eibläschen (“Follikel“) bilden. Dabei werden entweder Tabletten (z.B. Clomiphen) oder auch Injektionen (z.B. Puregon, Gonal-F oder Menopur bzw. Merional) verwendet.

Wie lange dauert die Injektionsbehandlung?

Die Injektionsbehandlung dauert normalerweise ca. 9 bis 16 Tage, je nach Stimulationsprotokoll und wie Sie auf die Behandlung ansprechen. In diesen Tagen benötigen Sie eine bis zwei Injektionen subkutan (unter die Haut) täglich, selten drei oder mehr. Durch die modernen Injektionssysteme können Sie diese Injektionen selbst zuhause durchführen.

Ich habe mir noch nie Injektionen gesetzt. Wie funktioniert das?

Wir verstehen, dass die Injektionsbehandlung anfangs etwas einschüchternd und vollkommen neu für Sie ist. Deshalb erhalten Sie am selben Tag der Medikamentenausgabe eine Spritzenschulung von unserem diplomierten Pflegeteam.

Unsere DGKS zeigen Ihnen genau, wie Sie die Medikamente aufbereiten, die richtige Dosierung einstellen und letztlich die Injektion durchführen müssen. Natürlich kann Ihnen auch Ihr Partner die Injektion setzen, wenn es Ihnen dann einfacher fällt. Wenn Sie sich am 1. Tag der Stimulation jedoch noch nicht bereit fühlen sollten, setzen wir Ihnen gerne die erste Injektion direkt im Kinderwunschzentrum. Das Ziel ist, dass die Patientinnen Ihre Injektionen selbstständig durchführen können, da diese meist abends verabreicht werden sollten.

Sehen Sie sich hier unsere Demonstrationsvideos für die Injektionen an!

Wo kann ich benutzte Fertigspritzen & Injektionsnadeln entsorgen?

Wir bitten Sie, Fertigspritzen und Nadeln in einem stichfesten, festverschlossenen Behälter (z.B. Kunststoffbehälter von Reinigungsmitteln) zu sammeln. Dieser kann in der Problemstoffsammelstelle abgegeben werden.

https://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/entsorgung/problemstoffsammlung/mobile-prosa-sammeltermine.html

Welche Medikamente muss ich bei Zimmertemparatur bzw. im Kühlschrank lagern?

Lagerung im Kühlschrank:
Elonva, Decapeptyl, Decapeptyl Depot, Gonal-F, Ovitrelle, Pregnyl, Puregon

Lagerung bei Zimmertemperatur:
Arefam, Aprednisolon, Bravelle, Cetrotide, Estrofem, Fostimon, Lovenox, Menopur, Merional, Menopur, Orgalutran, Progedex, Proluton, Thrombo ASS, Utrogestan

Hormonelle Stimulation mit subkutanen Injektionen

Medikamente zur Stimulation des Heranwachsens mehrerer Follikel
Puregon® (Rekombinantes FSH)
Gonal-F® (Rekombinantes FSH)
Merional® (hMG – Menopausal Gonadotropin)
Menopur® (hMG – Menopausal Gonadotropin)
Fostimon®
(Gonadotropin)
Bravelle®
(Urofollitropin)
Elonva® (Corifollitropin alfa)

Medikamente, die den vorzeitigen Eisprung vermeiden
Orgalutran® (GnRH-Antagonist)
Cetrotide® (GnRH-Antagonist)

Medikamente für das Auslösen des Eisprungs
Die Injektion wird zwischen 34-37 Stunden vor der Punktion verabreicht. Dadurch bekommt die Eizelle ein sehr wichtiges Signal um ihre Reifung zu Ende zu bringen und den Eisprung auszulösen. Den genauen Zeitpunkt erfahren Sie beim letzten Ultraschall vor dem Eingriff.
Pregnyl® (Humanes Choriongonadotropin)
Ovitrelle® (Choriongonadotropin)

Sonstige Medikamente
Decapeptyl® 0,1mg (Triptorelin)
Decapeptyl Depot® oder Enantone® ist ein GnRH Analogon und wird zur Vorbereitung für die Stimulation – zur Downregulation – verwendet.

Weitere Präparate zur Behandlung

Injektionen:

Proluton® (Progesteron): sind intramuskuläre Injektionen, die 2x wöchentlich bei einem Fach- oder Hausarzt durchgeführt werden. Sollte es zu eine Schwangerschaft kommen, werden die Präparate meistens bis zur 12. Schwangerschaftswoche weitergegeben. Damit kann man das Risiko für Blutungen und auch das Fehlgeburtsrisiko vermindern.

Progedex® (Progesteron): eine tägliche, subkutane Injektion – alternativ zu den Vaginalkapseln oder intramuskulärer Injektion einsetzbar.

Lovenox® (Thromboseprophylaxe)

Tabletten:

Estrofem®: Östrogen Tabletten, die die Gebärmutterschleimhaut aufbauen sollen.

Clomiphen®: (Clomifen Citrat) ist ein künstliches Hormon (Antiöstrogen) und wird zur milden Stimulation eingesetzt.

Arefam® & Utrogestan®: sind Progesteron Kapseln, zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, um die Einnistung des Embryos zu unterstützen. Sollte es zu eine Schwangerschaft kommen, werden die Präparate meistens bis zur 12. Schwangerschaftswoche weitergegeben. Damit kann man das Risiko für Blutungen und auch das Fehlgeburtsrisiko vermindern.

Orale Kontrazeptiva – die Pille –  wird auch bei der Kinderwunschbehandlung eingesetzt. Die Pille dient der Ruhigstellung der Eibläschen und kann das Risiko für die Bildung von Cysten unter der Stimulation vermindern.

Thrombo ASS® (Thromboseprophylaxe)

Aprednisolon® (Cortison)

Wieso wird Arefam bzw. Utrogestan vaginal verabreicht?

Utrogestan / Arefam wird in die Scheide verabreicht. Bitte führen Sie die Kügelchen tief in die Scheide ein. Lassen Sie sich nicht beunruhigen, dass im Beipacktext steht, dass das Medikament zu schlucken ist. Wir haben uns sehr bewusst dazu entschieden, es für die vaginale Anwendung zu verordnen. Sie würden bei der hohen Dosierung sehr müde werden, wenn Sie es schlucken würden. Es ist normal, wenn nach der Applikation ein Teil der Medikation als weißlicher Ausfluss wieder abgeht. Bitte lassen Sie sich auch nicht davon beunruhigen, dass laut Beipackzettel das Medikament nicht in der Schwangerschaft verwendet werden sollte. Wir erwarten uns von der Verschreibung einen Nutzen für die frühe Schwangerschaft. Bitte nehmen Sie das Medikament bis zum Schwangerschaftstest und bei positivem Ergebnis bis zur 12. Schwangerschaftswoche ein.

Warum habe ich Verdauungsprobleme (Verstopfung) in der Zeit nach dem Embryotransfer?

Der Grund ist die behandlungsbedingte Hormonumstellung. Die Einnahme von Progesteron (Arefam, Utrogestan, Proluton, Progedex) kann, wie auch bei jeder natürlichen Schwangerschaft, eine verlangsamte Verdauung bewirken.

Normale Begleiterscheinungen können sein: Blähungen (die nicht abgehen), Bauchschmerzen, Probleme bei der Stuhlausscheidung (Häufigkeit seltener als sonst, Schmerzen beim Stuhlgang, Hämorrhoiden).

Informationsblatt: Information zur Obstipation