Nachgefragt: 'Wie lange kann ich mit meinen eigenen Eizellen schwanger werden?'

Vor allem in den medial präsenten Hollywood Kreisen sind Schwangerschaften jenseits der 45 Jahre nicht mehr selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese jedoch mittels Eizellspende herbeigeführt wurden, ist sehr groß! Wir klären auf, welche Rolle das Alter beim Thema Kinderwunsch wirklich spielt.

Die Natur ist bei der Reproduktion leider sehr ungerecht – denn natürlich spielt das Alter eine sehr wesentliche Rolle beim Thema Kinderwunsch.

Die Samenproduktion des Mannes ändert sich im Laufe des Lebens nur unwesentlich. Nach einem Zeitraum von ca. 3 Monaten sind Spermien im Hoden „frisch“ produziert. Somit ist ein Mann mit guter Samenqualität sehr lange fruchtbar, einzig die Zunahme von genetisch defekten Samenzellen beobachtet man im höheren Alter.

Bei den Eizellen ist dies leider nicht so. Jedes Mädchen hat bei der Geburt bereits alle ihre Eizellen am Eierstock vorrätig, die sie dann zeitlebens verbrauchen kann. Dies bedeutet auch, dass im Laufe des Lebens die Anzahl der Eizellen stetig abnimmt. In jedem Zyklus wird eine Menge an Eizellen „ins Rennen geschickt“ und nur eine dieser Eizellen kommt zur Reifung, dem Eisprung.

Wichtig: Diese laufende Abnahme ist unabhängig davon, ob man einen regelmäßigen oder unregelmäßigen Zyklus hat. Auch Frauen, die die Pille nehmen oder schwanger sind – es gehen in jedem Zyklus Eizellen verloren.

IVF

Altern meine Eizellen bzw. treten genetische Defekte auf?

Abgesehen von dem monatlichen Verlust der Eizellen kommt es auch zu einem Alterungsprozess. Denn dadurch, dass die Eizelle bereits bei der Geburt vorhanden ist, ist sie immer so alt wie die Frau selbst.

Man kann davon ausgehen, dass mit 35 Jahren ca. die Hälfte aller Eizellen genetisch defekt ist. Ab einem Alter von 40 Jahren sind bereits bis zu zwei Drittel aller Eizellen genetisch auffällig.

Viele Frauen sind sich nicht bewusst, dass der Abfall ihrer Fruchtbarkeit bereits relativ früh mit ca. 32 Jahren beginnt. Bestimmt nicht ganz so dramatisch, jedoch sehen wir zwischen 32 und 38 Jahren bereits eine deutliche Abnahme.

Durch diese genetischen Defekte sind weniger Eizellen, die „ins Rennen geschickt“ werden, befruchtungsfähig und somit verlängert sich die Zeit bis zum Eintritt einer Schwangerschaft.

Dies bedeutet zusammengefasst, dass ab 38 Jahren die Chancen bereits deutlich verschlechtert sind und ab etwa 42 Jahren die Chancen auf eine Schwangerschaft schon massiv reduziert sind.

Wichtig: Das Alter der Frau ist sicherlich hilfreich, bleibt aber dennoch nur ein Faktor. Einige Frauen sind mit 41 Jahren noch hochgradig fruchtbar, während andere bereits mit 30 Jahren in den Wechsel kommen.

Noch mehr zu diesem Thema und wie Sie Ihre persönliche Eizellreserve bestimmen können, lesen Sie hier!

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