Samen- & Eizellspende

Manchmal geht der Wunsch ein genetisch eigenes Kind zu haben nicht in Erfüllung. Sowohl bei Frau als auch Mann gibt es dafür verschiedene Ursachen:

  • beide Eierstöcke wurden frühzeitig entfernt (z.B. durch eine bösartige Erkrankung)
  • die Funktion des Eierstocks bzw. die Eizellreserve ist altersbedingt bereits erloschen
  • keine Bildung von Samenzellen im Hoden (z.B. durch angeborene Störung, bösartige Erkrankung oder Chemotherapie/Bestrahlung)

Hier kann eine Samen- oder Eizellspende dem Paar helfen, trotzdem noch ein Kind zu bekommen. Natürlich dauert es eine gewisse Zeit, bis sich Paare für diese Behandlungsformen bereit fühlen, denn es ist schmerzlich sich von der Idealvorstellung vom genetisch eigenen Kind zu verabschieden.

SamenEizellspende

Künstliche Befruchtung (IVF) mit Spendersamen

Bei einer kompletten Zeugungsunfähigkeit des Mannes kann eine Schwangerschaft nur durch die Verwendung von Spendersamen erzielt werden. Die Behandlung mit Samenspende ist manchmal auch anzudenken, wenn trotz bestehender Zeugungsfähigkeit das Risiko einer Erbkrankheit zu hoch ist oder eine aufwendige operative Hodenbiopsie (TESE) abgelehnt wird. Weiters kann diese Behandlungsform von lesbischen Paaren in Anspruch genommen werden.

Besteht bei der Partnerin hinzukommend ein Tubenschaden oder Verschluss der Eileiter ist es notwendig, eine Behandlung mit In-vitro Fertilisation (IVF) mit Spendersamen durchzuführen.

Wann empfiehlt sich eine IVF mit Spendersamen?

Wir empfehlen die Behandlung mit Spendersamen, wenn:

  • beim Mann ein sehr schlechter Samenbefund bzw. keine Samenproduktion besteht
  • bisherige Versuche mit ICSI an Befruchtungsversagen scheiterten
  • wenn eine Fertilitätseinschränkung der Partnerin, wie z.B. ein Tubenverschluss, PCO-Syndrom oder Endometriose vorliegt
  • eine lesbische Partnerschaft mit Fertilitätseinschränkung der Empfängerin besteht

Eizellspende

Für Frauen im frühzeitigen Wechsel oder jene, die aufgrund von vorgegangenen Krankheiten über keine ausreichende Eizellreserve verfügen, ist die Eizellspende eine passende Behandlungsform. Dabei darf bei einer Behandlung in Österreich die Spenderin nicht älter als 30 Jahre, die Empfängerin nicht älter als 45 Jahre sein. Die Eizellen der Spenderin werden bei dieser Behandlung mit dem Samen des Mannes befruchtet und die Embryonen beim Embryotransfer der Empfängerin eingesetzt.

Das gezeugte Kind erhält (wie auch bei einer Behandlung mit Spendersamen) das Recht, die Identität der Spenderin ab dem 14. Lebensjahr zu erfahren. Für diese gilt aber niemals eine Unterhaltspflicht. Zusätzlich darf die Eizellspenderin durch das geregelte Kommerzialisierungsverbot kein Entgelt für die Spende verlangen bzw. erhalten.

Wann empfiehlt sich eine Eizellspende?

Frauen ziehen die Eizellspende dann in Betracht, wenn sie selbst keine Eizellen mehr haben. Ursprünglich war die Eizellspende vor allem für Frauen mit vorzeitiger Menopause (vor dem 40. Lebensjahr) angezeigt, was für etwa 1% der weiblichen Bevölkerung zutrifft. In jüngster Zeit nehmen in den meisten IVF-Zentren hauptsächlich Frauen mit verminderter Eizellreserve und aufrechter Eierstockfunktion die Eizellspende in Anspruch (üblicherweise Frauen über 40 Jahre).

Weitere Indikationen für Eizellspende sind:

  • Frauen bei denen mehrere IVF-Versuche fehlgeschlagen sind
  • wenn schlechte Eizellqualität als Ursache für fehlgeschlagene Versuche angenommen wird
  • Frauen, die ein vererbbares genetisches Leiden in sich tragen, das ihr Kind schwer beeinträchtigen könnte (diese Indikation kann vorab mit Präimplantationsdiagnostik abgeklärt werden)
  • vorhergegangene Chemotherapie, Operationen an den Eierstöcken oder das Fehlen der Eierstöcke von Geburt an

Tests für Empfängerin & Spenderin

Tests für die Empfängerin

Frauen, die eine Eizellspende vorhaben, sollten sich einer genauen medizinischen Abklärung unterziehen, inklusive einer kompletten Krankheitsgeschichte und physischer und gynäkologischer Untersuchung, um sicherzustellen, dass ihre Gesundheit nicht ernstlich durch eine Schwangerschaft beeinträchtigt werden würde. Im Zuge dessen müssen auch Faktoren abgeklärt und wenn nötig medizinisch korrigiert werden, die den Erfolg der IVF mit Spendereizellen beeinträchtigen könnten (z.B. Faktoren, die die Befruchtung, das Einsetzen oder die Schwangerschaft negativ beeinflussen). Eine Samenuntersuchung muss vorgenommen werden, um auszuschließen, dass ein zusätzlicher männlicher Faktor vorliegt.

Tests für die Spenderin

Sehr wichtig ist eine detaillierte Evaluierung oder Überprüfung jeder potentiellen Spenderin. Die Überprüfung dient dem Schutz aller Beteiligten (Spenderin, Empfängerin und Kind). Die Spenderin muss generell jünger als 30 Jahre sein, vorhandene normale Eizellreserven müssen untersucht und bestätigt, sowie eine eingeschränkte Fruchtbarkeit ausgeschlossen werden. Die Spenderin unterzieht sich in Folge Untersuchungen auf übertragbare Infektionskrankheiten (inklusive HIV, Hepatitis, Syphillis und Chlamydien), sowie einer genetischen Überprüfung.

Behandlungsablauf für Empfängerin & Spenderin

Behandlungsablauf für die Empfängerin

Am Beginn steht ein ausführliches Gespräch, bei dem festgestellt wird, ob die Eizellspende die geeignete Behandlungsmethode ist. Eignet sich die Patientin als Empfängerin, wird ihr Zyklus hormonell reguliert und für das Einsetzen der Embryonen optimiert. Dazu erhält die Patientin Östrogen und Progesteron.
Während der Stimulation der Spenderin muss der Monatszyklus der Empfängerin synchronisiert werden. Am Tag der Follikelpunktion der Spenderin gibt der männliche Partner eine Samenprobe ab, welche für die Befruchtung verwendet wird. In den folgenden Tagen wird die Befruchtungsrate und Entwicklung der Embryonen verfolgt. 2 bis 5 Tage nach der Punktion führen wir den Embryotransfer durch. 10 bis 12 Tage nach dem Embryotransfer führen wir eine Blutuntersuchung für den Schwangerschaftstest durch.
Das Hauptrisiko für die Empfängerin ist eine Mehrlingsschwangerschaft, da Eizellspenderinnnen jung und in der Folge die Schwangerschaftsraten hoch sind. Es ist wichtig, dass die Zahl der eingesetzten Embryonen streng limitiert bleibt.

Behandlungsablauf für die Spenderin

Wenn die Testergebnisse und die Blutuntersuchungen allen Auswahlkriterien entsprechen, unterzieht sich die Spenderin einer Stimulationsbehandlung der Eierstöcke, bei der sie sich über zwei Wochen Hormone injiziert. Abhängig von der Größe der Follikel, deren Wachstum mit Ultraschall überwacht wird, lösen wir den Eisprung aus und punktieren die Follikel für die bevorstehende Befruchtung.

Embryonenspende

Diese Behandlungsform ist in Österreich gesetzlich verboten.
In sehr seltenen Fällen kann der Kinderwunsch nur erfüllt werden, wenn der Wunschmutter Embryonen gespendet werden. In diesem Fall kann man von einer Adoption sprechen, die noch vor der Schwangerschaft stattfindet. In den meisten Fällen stammen die gespendeten Embryonen von Kinderwunschpaaren nach einer Behandlung mit In-vitro Fertilisation. Bei der Behandlung wurden überzählige Embryonen kryokonserviert. Die Paare sind bereit diese Embryonen für die Spende freizugeben, meistens weil die eigene Behandlung bereits erfolgreich war.

Bei dieser Form der Behandlung ist keine Stimulation der Eierstöcke mit Injektionen notwendig. Es genügt die Schleimhaut der Gebärmutter mit Tabletten und Zäpfchen für das Einsetzen (Embryotransfer) vorzubereiten.