Die Intracytoplasmatische Spermien Injektion (ICSI)

In vielen Fällen sind zu wenige Samenzellen vorhanden, die sich kaum oder gar nicht bewegen und sehr häufig Formabweichungen zeigen. In diesen Fällen empfiehlt sich die sogenannte „ICSI-Technik“. Hier wird mit einer kleinen Injektionsnadel eine einzelne Samenzelle aufgesaugt und direkt in eine Eizelle eingebracht. So besteht die Möglichkeit auch bei einem sehr schlechten Samenbefund noch eine Befruchtung zu erzielen. Bei Azoospermie besteht die Möglichkeit der operativen Samengewinnung. Mindestanforderung ist eine lebende bewegliche Samenzelle pro Eizelle.

WICHTIG: Auch wenn die ICSI Technik verwendet wird, kann die Befruchtung ausbleiben oder nur wenige Eizellen werden befruchtet. Wie auch bei der traditionellen IVF (In-vitro Fertilisation), kann dies an den Eizellen oder an den Samenzellen liegen. Leider können wir in den meisten Fällen keinen genauen Grund finden, weil dies mit den heutigen Methoden noch nicht möglich ist.

Die ICSI-Technik wird seit über 20 Jahren angewandt und ist eine sehr gut untersuchte, sichere Behandlungsmethode. Dennoch muss man beachten, dass damit Samenzellen, die mögliche genetische Veränderungen aufweisen, zu einer Befruchtung gelangen.

Spermien von Männern mit einem hochgradig eingeschränkten Spermiogramm (<1 Mio. Spermien/ml, bzw. nur unbewegliche oder morphologisch veränderte Samenzellen) zeigen häufiger chromosomale Veränderungen, auch wenn die Männer keine chromosomalen Auffälligkeiten haben.

In diesem Fall empfehlen wir bei erfolgreicher Schwangerschaft die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik in Anspruch zu nehmen.

ICSI